Warum sterben so viele Weibchen dieser Art an Legenot ?
Es ist nur eine Theorie aber ich glaube es liegt hauptsächlich am Biorhythmus der meist importierten Weibchen.
Wenn alle Phasen im Leben eines Tieres so eng mit den Jahreszeiten verknüpft sind stellt es eben doch ein enormes Problem dar die Jahreszeiten einfach um ein halbes Jahr zu verschieben, was beim Transport auf die Nordhalbkugel so stattfindet.
Bei Arten, die nur einmal im Jahr Eier legen kann man davon ausgehen, dass die Evolution den Schlupfzeitpunkt auf die günstigste Jahreszeit beschränkt hat und das ist der Sommer, der den frischgeschlüpften Jungtieren die besten Wachstumsmöglichkeiten bietet.
Bei alten Arten ist es möglich, dass der komplette geschlechtliche Lebensrhythmus der Weibchen auf diesen Zeitpunkt abgestimmt ist. Genau dies vermute ich bei Calumma parsonii.
Ich glaube es gibt kaum jemanden auf der Nordhalbkugel, der auf die Idee kommt die Tiere unter Südjahreszeiten zu halten. Die teilweise auch schon jung importierten Weibchen erreichen die Geschlechtsreife aber trotzdem wie in ihrer Heimat 2 Jahre nach ihrem Schlupf, wenn eigentlich Sommer sein müsste. Hier ist aber dann Winter und kein Bock ist in Paarungsstimmung. Das Weibchen selbst auch nicht, weil sie sich ja ebenfalls an Tageslänge und Temperatur orientiert.
Die Eier in ihrem Bauch werden aber trotzdem zu diesem Zeitpunkt entwickelt und ihre Anzahl und Größe wächst weiter bis dann endlich ein halbes Jahr zu spät im Juli die Befruchtung erfolgt. Nun sind allerdings meist zu viele und auch zu große Eier vorhanden. Bis zum Ablagezeitpunkt, bei Haltung unter Nordjahreszeiten ist das im Dezember bis Januar, wachsen die Eier weiter. Die Wahrscheinlichkeit von Eileiterverdrehungen wächst mit ihnen.
Kurz gesagt: Die Eier, die nun 3 statt 2,5 Jahre nach dem eigenen Schlupf gelegt werden sollen sind zu viele und zu groß.
Der geschlechtliche Biorhythmus der Parsons funktioniert in meiner Vorstellung wie folgt:
1. Schlupf im Sommer
2. Erste Paarung 2 Jahre später im Sommer
3. Erste Eiablage im darauf folgenden Winter
4. Daraus Schlupf nach 1,5 Jahren wieder im Sommer
Warum die meisten auf Börsen angebotenen Nachzuchten ihren Schlupftermin im Nordwinter (meist Januar) haben lässt sich auch erklären. Es handelt sich hier eben wohl um sehr umsichtige Züchter, die für die Eltern und Eier die Südjahreszeiten doch irgendwie simuliert hatten.
Ich würde diese Theorie aber hier gern zur Diskussion stellen und mich insbesondere auch über Erfahrungen anderer Züchter freuen, die hier geäußert werden. Aus einer sehr kleinen Anzahl von Individuen lässt sich eine solche Theorie eben auch nicht wirklich ableiten…











