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Carl von Linné

Carl von Linné im Jahre 1775

Carl Linnaeus oder Carl von Linné (*13. Mai 1707, in Södra/Schweden; †10. Jan. 1778, in Uppsala/Schweden) war ein schwedischer Naturwissenschaftler, der mit der binominalen Nomenklatur die Grundlagen der modernen Taxonomie entwickelte.





Inhaltsverzeichnis

Kurzbiografie

Carl Linnaeus (manchmal Carolus Linnaeus; von 1762 an Carl von Linné), der große schwedische Botaniker, der die Pflanzen und Tiere der Welt klassifizierte und die binominale Nomenklatur einführte, wurde am 13. Mai 1707 in Södra, in der Provinz Rashult, geboren. Als Junge wurde er von seinem Vater, einem Landpastoren, welcher seinen Familiennamen von einer berühmten schwedischen Linde übernommen hatte, die in der Nähe seines Hauses wuchs, in Botanik unterrichtet. 1727 ging Carl Linnaeus an die Universität von Lund, um Medizin zu studieren, und im folgenden Jahr wechselte er zur Universität von Uppsala, wo er erstmals sein neues System der Pflanzenklassifizierung, basierend auf der Art der Sexualorgane, entwickelte. Nach mehreren Exkursionen in Schweden, reiste er von 1735 bis 1738 nach England, Frankreich und Holland, veröffentlichte seine ersten wichtigen Arbeiten und traf viele einflußreiche Personen, darunter auch Albertus Seba. Während dieser Zeit machte er auch seinen medizinischen Abschluß an der Universität von Harderwijk in den Niederlanden (1735) und veröffentlichte die erste Ausgabe von "Systema Naturæ" (1735) einschließlich einer Beschreibung seiner Verfahren, teilweise basierend auf denen von Conrad Gessner.

Trotz des sich entwikelnden Ruhmes erwartete ihn in Schweden keine akademische Position, so dass er in Stockholm als Arzt praktizierte. Schließlich wurde ihm 1741 eine Professur an der Universität von Uppsala angeboten, welche er bis zu seinem Tod, am 10. Januar 1778 in Uppsala, hielt. 1747 wurde er zum Leibarzt der schwedischen Königsfamilie ernannt und wurde 1762 in den Adelsstand erhoben. Abgesehen von seinen bedeutendsten Büchern war Linnaeus ein unvergleichbarer Lehrer und Beistand der Doktoranden. Er dehnte seinen Einfluß durch sie und ihre Sammlungen in entfernten Ländern aus: Pehr Kalm in Nordamerika, Fredrik Hasselquist in Ägypten und Palästina, Pehr Forsskål in Arabien, Petrus Löfling in Venezuela, Pehr Osbeck in China und dem malaiischen Archipel und C. P. Thunberg in Japan, um nur die wichtigsten zu nennen.

Linnaeus war ein getriebener Mann, der enorm ehrgeizig war und eine große Belastbarkeit für Arbeit hatte. Er war ein brillanter Beobachter, aber er war so dogmatisch und philosophisch in seiner Bemühung, die Natur in einem einfachen Schema zu klassifizieren - letztendlich von aristotelischer Logik abgeleitet - dass er sich selbst als einen, von Gott berufenen Propheten gesehen hat, um den wahren Lehrsatz zu proklamieren. Der egozentrische Linnaeus verfolgte jene, wie Georges Buffon, welche die Unnatürlichkeit seines Systems verachteten, so daß sie nie seine praktischen Vorteile würdigten. Dennoch war Linnaeus, durch den englischen Geistlichen und Naturforscher John Ray inspiriert, der erste, der Arten als klar definierten Begriff benutzte, aber er sah sie als feste, unveränderliche von Gott geschaffene Wesen, obwohl sich seine Ansichten über die Unveränderlichkeit mit der Zeit änderte.

Linnaeus's Abscheu vor Amphibien und Reptilien ist hinlänglich bekannt - einst schrieb er über sie "Terribilie sunt opera Tua, O Domine!" oder, übersetzt "Schrecklich sind Deine Arbeiten, oh Herr!" - notwendiger Weise erscheinen sie jedoch in den verschiedenen Ausgaben der "Systema Naturæ" (1735-1766). Abgesehen von der Benennung zahlreicher Gattungen und Arten aus aller Welt, definierte Linnaeus die Klasse der Amphibien; obwohl er dies bereits in vorherigen Ausgaben getan hatte, geht dieser Name auf die zehnte Ausgabe der "Systema" zurück, da diese Ausgabe später von den Taxonomen als Ausgangspunkt der zoologischen Nomenklatur angesehen wurde.

Linnaeus's Definiton der "Amphibia" beinhaltete nicht nur nur Amphibien und Reptilien, sondern auch Knorpelfische, welche er in späteren Ausgaben seiner "Systema", aufgrund von Mißdeutungen ihrer Kiemenstruktur, den Amphibien zuwies. Zahlreiche Übersetzungen und Korrekturen der "Systema" erschienen während und nach Linnaeus's Leben. Die aus herpetologischer Sicht wichtigsten, waren diejenigen, durch Martinus Houttuyn (1764), P. L. Statius Müller (1774), J. F. Gmelin (1789, die sogenannte 13. Ausgabe von Linnaeus, zu der Gmelin Beschreibungen von neuen Arten hinzufügte und dem das Urheberrecht zugeschrieben wird) und John Walcott's Atlas von 1788. Darüber hinaus schrieb Linnaeus einige Arbeiten eigens über Amphibien und Reptilien. 1745 veröffentlichte er " Amphibia Gyllenborgiana ", ein Bericht über 24 Arten südamerikanischer, afrikanischer und europäischer Schildkröten, Frösche, Echsen und Schlangen aus der Sammlung des Grafen Gyllenborg, in der die Anordnung der Schuppen zum ersten Mal dazu verwendet wurde, um Arten von Schlangen zu definieren. Diese Arbeit war eigentlich die Doktorarbeit eines seiner Studenten, aber es war gebräuchlich, daß der Professor, obgleich der Student sie verteidigen und für ihre Veröffentlichung bezahlen musste, diese Thesen niederschrieb. Eine andere solche These über die eigentümliche Gattung amerikanischer Salamander Siren (1766). Linnaeus's wichtigstes herpetologisches Werk hieß "Museum S:ae R:ae M:tis Adolphi Friderici regis Svecorum" (1754), ein großer Foliant mit 33 Tafeln, 23 davon über Schlangen und andere "Amphibien", basierend auf den Exemplaren der Privatsammlung seines Königs.

Ein paar von Linaeus's Beschreibungen der neuen Arten beruhten auf Beschreibungen und Abbildungen in Büchern von Seba, Gessner, Aldrovandi, Catesby, Jonson und anderen Autoren, doch die meisten handeln von Exemplaren, welche er selbst untersucht hatte. Glücklicherweise blieben die meisten dieser Exemplare erhalten und wurden durch die schwedischen Herpetologen Einar Lönnberg und Lars Gabriel Andersson (1896-1900) sowie durch Åke Holm (1957) ausführlich überprüft.

Wenige Jahre nach Linnés Tod wurde die Linnaean Society in London gegründet. Sie verwahrt den größten Teil des Nachlasses dieses herausragenden Wissenschaftlers.

Beschriebene Chamäleonarten

valide Formen

Literatur

  • Linnaeus, C. 1758. Systema naturæ per regna tria naturæ, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata. Laurentii Salvii, Holmiæ. 10th Edition: 824 pp.


Links

The Reptile Database/LINNAEUS 139 Arten