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Chamaeleons-Online!

12. March 2010, 16:03:45 Uhr

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Furcifer verrucosus

Aus ChamaeleoPedia

Furcifer verrucosus ( Warzenchamäleon )

Furcifer verrucosus
Furcifer verrucosus
Taxonomie

Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
Unterfamilie: Echte Chamaeleons (Chamaeleoninae)
Gattung: Furcifer
Untergattung:
Art: verrucosus
Unterart: verrucosus & semichristatus
Deutsche Bezeichnung: Warzenchamäleon

Wissenschaftlicher Name

Furcifer verrucosus

Erstbeschreiber: CUVIER, 1829

Schutzstatus

Bild:ChamAnhB.GIF diese Art unterliegt dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen II, Anhang B!
Erwerb und Abgabe sind daher meldepflichtig.
Weitere Hinweise dazu bitte bei den verlinkten Artikeln Gesetze und Meldepflicht nachlesen!


Furcifer verrucosus (zu deutsch: das Warzenchamäleon) wurde erstmals 1829 vom französischen Naturforscher Georges Cuvier beschrieben. Im Jahre 1894 beschrieb der deutsche Zoologe Oskar Boettger die Art Chamaeleo semichristatus, welche 1966 von Prof. Dr. Robert Mertens als Unterart von Chamaeleo verrucosus eingestuft wurde. Wolfgang Böhme und Charles Klaver stellten 1986 schließlich beide Unterarten in die Gattung Furcifer.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Die Männchen von Furcifer verrucosus können eine maximale Gesamtlänge von ca. 50 cm erreichen und gehören damit zu den größten Vertretern der Chamäleons auf Madagaskar. Weibchen bleiben mit einer maximalen Gesamtlänge von 35 cm deutlich kleiner.

Bei männlichen Tieren fällt der massige Kopf mit relativ hohem Helm und seiner groben Beschuppung auf. Auf dem kräftigen Körper, der jedoch von den Tieren extrem abgeflacht werden kann, befindet sich ein stark ausgeprägter Rückenkamm, der sich bis auf den Schwanz zieht. Bei Weibchen ist dieser nur in Form weniger Schuppen im Nacken zu finden. Ebenfalls ist der Helm weniger stark ausgeprägt als bei Männchen.

Furcifer verrucosus verrucosus

Furcifer verrucosus verrucosus stellt auch farblich eine sehr attraktive Art dar. Weibchen verfügen über eine teilweise intensive Rot- und Braunfärbung. In der Kehlregion fällt bei Jungtieren ein deutlicher gelber Fleck auf, welcher jedoch mit zunehmendem Alter verblasst. Bei Trächtigkeit nehmen die Weibchen an Kopf und Körper eine leuchtende Rotfärbung an. Männliche Tiere bestechen durch verschiedenste Grüntöne, die von einem leuchtenden Gelbgrün bis zu einem kräftigen Türkis reichen. Unterbrochen wird die Färbung durch den weißen Lateralstreifen.

Furcifer verrucosus semicristatus

Die Männchen dieser Unterart unterscheiden sich rein äußerlich von denen der Nominatform in:

  • der Grundfärbung. Es sind mehr rötliche, aber keine grünlichen oder bläulichen Farbtöne vorhanden.
  • dem schmaleren Körperbau und
  • dem proportional größeren Rückenkamm, der sich weit auf den Schwanz zieht.

Die Merkmale des weiblichen Holotypus der Unterart, die bei der Erstbeschreibung herangezogen wurden, sowie die der weiblichen Tiere der Nominatform, konnten nicht zur Unterscheidung von Weibchen verschiedener Fundorte benutzt werden.


Lebensraum und Klima

Furcifer verrucosus verrucosus kommen beinahe auf ganz Madagaskar vor. Regelmäßig werden sie aber vor allem im Süden und Süd-Westen gefunden. Funde im Norden scheinen auf Verwechslungen mit Furcifer oustaleti und im Westen, besonders zwischen Morondava und Tsingy de Bemaraha, mit Furcifer nicosiai zu beruhen. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen im Süden bei rund 24 °C und im Südwesten bei rund 25 - 27 °C. Der Sommer (ca. November - April) im Südwesten ist warm und feucht, im Gegensatz zum kalten, trockenen Winter (ca. Juni - September). Im November kommt es zu den ersten starken Regenfällen, die dann immer häufiger werden. Die jährlichen Niederschlagsmengen liegen bei 300 bis 800 mm. Diese können jedoch auch ganz ausfallen, was unter der Bevölkerung durch die entstehenden Ernteausfällen zu Hungersnöten führt.


Haltung

Warzenchamäleons sind Tiere, die durchaus für Anfänger in der Chamäleonhaltung geeignet sind, wenn bereits allgemeine Terraristikkenntnisse vorhanden sind. Das benötigte Klima kann auch gut in normalen Wohnräumen gestaltet werden.

Für ein Männchen sollte ein Terrarium von etwa 120 cm Breite und Höhe und einer Tiefe von 80 cm zur Verfügung gestellt werden. Durch eine gute Bepflanzung werden Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere geboten. Untereinander wurde bei den Tieren, außer während der Trächtigkeit, kein Stress beobachtet. Sogar etwa gleich große andere Reptilien waren für die Chamäleons kein größeres Problem. Das Verhalten sollte man trotzdem regelmäßig beobachten und beim Auftreten von Stresssymptomen sofort eingreifen. Eine Gruppenhaltung von einem männlichen und mehreren weiblichen Tieren ist nur außerhalb der Trächtigkeit möglich, da die Weibchen besonders andere weibliche Tiere in dieser Zeit nicht dulden.

Die Grundtemperatur sollte tagsüber bei 25 – 27 °C betragen, nachts sinken die Temperaturen auf 18 – 20 °C ab. Sonnenplätze mit einer Temperatur über 30°C werden zum Aufwärmen gerne aufgesucht. Im Winter liegen die Temperaturen ca. 3°C unter den Sommertemperaturen. Zweimal täglich sollte kräftig gesprüht werden, dem entsprechend bewegt sie die Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 90%. Sich bildende Tropfen werden von den Tieren dann von den Blättern geleckt. Furcifer verrucosus ist eine ruhigere Chamäleonart, die aber meist nicht ganz so „zutraulich“ reagiert wie etwa Furcifer pardalis. Sie zeigt dennoch wenig Angst und ist gut zu handhaben. Über das Lebensalter können noch keine sicheren Angaben gemacht werden.


Zucht

Es empfiehlt sich, Weibchen und Männchen nur zur Paarungzeit zusammen zu lassen, da sonst ein Gewöhnungseffekt aufzutreten scheint. Ein Zusammenhang zwischen den Jahreszeiten und der Paarungszeit konnte bei der Terrarienhaltung nicht festgestellt werden. Die Eier werden zu jeder Jahreszeit abgelegt. Sobald das Weibchen eine kräftige Rotfärbung annimmt, die von der Kehle ausgehend bis zu 2/3 des Körpers einnehmen kann, sollte es einzeln gesetzt werden und eine zusätzliche Versorgung mit Kalzium stattfinden um Mangelerscheinungen während der Trächtigkeit vorzusorgen. Die Tragzeit dauert (geschätzte) 8 – 10 Wochen, bis das Weibchen beginnt tiefe Gänge zu graben. Dies findet spätestens auch 6 Wochen nach der Rotfärbung statt. Als Ablagesubstrat hat sich feuchter Sand bewährt. Ein geringer Lehmanteil gibt den Gängen die notwendige Stabilität um nicht einzustürzen. In diesem Gang verbleiben die Weibchen manchmal mehrere Tage. Nach der Ablage wird der Gang akribisch zu gegraben und der Eingang mit Kopfstößen angedrückt.

Die Eizahl liegt ca. zwischen 19 und 39 Stück. Die befruchteten Eier haben etwa eine Größe von minimal 9 x 6 mm und maximal 13 x 10 mm. Bis zum Schlupf wachsen sie auf bis zu 20 x 14 mm an. Unbefruchtete Eier sind deutlich kleiner und teilweise gelb verfärbt.

  • Bei Temperaturen von 26 – 28 °C tagsüber und 21 – 23 °C in der Nacht schlüpfetn die Jungtiere nach etwa 10 Monaten.
  • Bei konstanten Temperaturen von 27°C betrug die Entwicklungszeit ebenfalls 10 Monate.
  • Wenn im fünften Monat eine Kühlphase bei Raumtemperatur (19 – 23 °C) für sechs Wochen eingelegt wird, begann der Schlupf schon nach 9 Monaten.

Die Jungtiere haben nach dem Schlupf eine durchschnittliche Kopf-Rumpf-Länge von 26,7 mm. Das Geschlecht kann sehr früh an dem sich entwickelnden Rückenkamm festgestellt werden.


Aufzucht der Jungtiere

Die Jungtiere können in Gruppen von 4 – 5 Tieren in einem Becken von 60 x 40 x 60 cm (LxBxH) unter den gleichen Bedingungen wie bei adulten Tieren erfolgen. Es gilt jedoch zu beachten, dass die Temperaturen nicht höher als 27 °C sein sollten. Da dies zu hohen Verlusten führen würde. Ab einem Alter von etwa 4 Monaten sollte aufgrund der entstehenden Rivalitäten eine Einzelaufzucht erfolgen.


Quellen

  • N. Lutzmann & S. Esser (2009): Haltung und Zucht des Warzenchamäleons, Furcifer verrucosus verrucosus (CUVIER, 1829). - SAURIA, Berlin, 2009, 31 (3): 17-23
  • www.madainfo.de (Durchschnittstemperatur und Niederschlagsmenge im Süden Madagaskars)


Literatur

  • Cuvier, G. (1829): Le Regne Animal Distribué, d'apres son Organisation, pur servir de base à l'Histoire naturelle des Animaux et d'introduction à l'Anatomie Comparé. Nouvelle Edition [second edition]. Vol. 2. Les Reptiles. Déterville, Paris, i-xvi, 1-406
  • Duméril, A. M. C. and G. Bibron (1836): Erpetologie Générale ou Histoire Naturelle Complete des Reptiles. Vol.3. Libr. Encyclopédique Roret, Paris, 528 pp.
  • Gray, J. E. (1865): Revision of the genera and species of Chamaeleonidae, with the description of some new species. Ann. Mag. Nat. Hist. (3) 15: 340-354
  • Boettger, O. (1894): Diagnosen eines Geckos und eines Chamaeleons aus Süd-Madagascar. Zool. Anz. 17: 137-140.
  • Andersson, L. G. (1910): Reptiles and batrachians from the north-west of Madagascar collected by V. Kaudern, 1906-1907. Arkiv för Zoologi 7 (7): 1-15.
  • Klaver, C. & Böhme, W. (1986): Phylogeny and classification of the Chamaeleonidae (Sauria), with special reference to hemipenis morphology. Bonn. zool. Monogr., 22: 1-64.
  • Glaw, F. & Vences, M. (1994): A Fieldguide to the Amphibians and Reptiles of Madagascar. Vences & Glaw Verlag, Köln ISBN 3-929449-01-3
  • Klaver, C. & Böhme, W. (1997): Chamaeleonidae. Das Tierreich, 112: XIV, 1-85
  • Raxworthy, C.J.; E. Martinez-Meyer; N. Horning; R. A. Nussbaum; G. E. Schneider; M. A. Ortega-Huerta & A. T. Peterson (2003): Predicting distributions of known and unknown reptile species in Madagascar. Nature 426: 837 - 841
  • Necas, P. (2004): Chamäleons - Bunte Juwelen der Natur. Edition Chimaira, Frankfurt; 348 pp.; ISBN 3-930612-02-X
  • Van Beest, Piet (2004): Herpetologische waarnemingen op Madagascar - deel 2: Fianarantsoa en verder naar het zuiden. Lacerta 62 (3): 92-103
  • De Vries, J. (2005): Furcifer verrucosus semicristatus - Lelijke kameleon?. - De kameleon, Verenigingsblad van de kameleonvereniging nederland, 2005 (4): 10-15.
  • van Hoof, J. et al. (2006) Kameleons, een fascinerende hobby. Lacerta 64 (5-6): 1-96
  • Starke-Huber, U. (2007): Haltung und Zucht von Furcifer verrucosus (Warzenchamäleon). - CHAMAELEO, Mitteilungsblatt der AG Chamäleons 17(2): 31-33.
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  • N. Lutzmann & S. Esser (2009): Haltung und Zucht des Warzenchamäleons, Furcifer verrucosus verrucosus (CUVIER, 1829). - SAURIA, Berlin, 2009, 31 (3): 17-23