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Rieppeleon brevicaudatus

Rieppeleon brevicaudatus ( )

Rieppeleon brevicaudatus Weibchen


Taxonomie

Familie: ChamÀleons (Chamaeleonidae)
Unterfamilie: Brookesinae (Stummelschwanzchamaeleons))
Gattung: Rieppeleon
Untergattung:
Art: brevicaudatus
Unterart:
Deutsche Bezeichnung:

Wissenschaftlicher Name

Rieppeleon brevicaudatus

Erstbeschreiber: GRAY 1865

Schutzstatus

kein besonderer Schutzstatus


Rieppeleon brevicaudatus (frĂŒher Rhampholeon brevicaudatus) gehört zur Familie der StummelschwanzchamĂ€leons (Brookesiinae). Trotz guter Nachzuchterfolge wird diese Art noch immer in großen Mengen importiert. WildfĂ€nge sollten, wenn möglich, nicht erworben werden, da diese hĂ€ufig unter starkem Parasitenbefall leiden, was der Lebenserwartung dieser Tiere in hohem Maße abtrĂ€glich ist. Gesunde Nachzuchten können bei guter Haltung im Terrarium 3 - 4 Jahre alt werden. Weibchen erreichen ein Alter von 1,5 - 2 Jahren. Sogar ĂŒber ein ĂŒber 7 Jahre altes Tier wurde berichtet (mĂŒndliche Mitteilung).

Von Rieppeleon brevicaudatus ist bekannt, daß sie zur Abwehr und eventuell zur innerartlichen Kommunikation vibrieren, bzw. niederfrequent brummen. Diese Art zeigt bei Bedrohung einen Totstellreflex (Akinese).

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Ri. brevicaudatus Kinnschuppe

ErdchamĂ€leons besitzen - bis auf den Greifschwanz - alle Ă€ußeren Merkmale der Echten ChamĂ€leons. Sie erreichen eine GesamtlĂ€nge von bis zu 80 - 90 mm, wobei 1 - 2 cm davon auf den Stummelschwanz entfallen. Ihr Körper ist blattförmig und seitlich stark abgeflacht. Sie haben keinen auffĂ€lligen Helm, und nur sehr dĂŒnne ExtremitĂ€ten. Im Englischen werden die Tiere auch als "BlattchamĂ€leons" (Leaf chameleons) bezeichnet. Als besonderes Kennzeichen weist Rieppeleon brevicaudatus eine Schuppe unter dem Kinn auf, die an ein kleines BĂ€rtchen erinnert. Anhand dieser Schuppe kann Rieppeleon brevicaudatus zuverlĂ€ssig von anderen ErdchamĂ€leon-Arten (z.B. Ri. kerstenii) unterschieden werden.

Geschlechtsdimorphismus

Musterung Ri. brevicaudatus ♂

Die Geschlechter der Jungtiere von Rieppeleon brevicaudatus lassen sich anfangs nur schwer unterscheiden. MĂ€nnliche Tiere erkennt man an der schlankeren Körperform, sowie der typisch verdickten Schwanzwurzel, welche allerdings erst spĂ€ter sichtbar wird. Desweiteren ist der RĂŒckenkamm mĂ€nnlicher Tiere stĂ€rker gewellt als der weiblicher Tiere, und auch der Stummelschwanz der MĂ€nnchen ist lĂ€nger als der der Weibchen. ZuverlĂ€ssig unterscheiden kann man auch Jungtiere anhand ihrer FĂ€rbung. MĂ€nnliche Tiere haben in Stressituationen und auch beim Balzen eine sehr charakteristische FĂ€rbung und Musterung, die sie zuverlĂ€ssig von weiblichen Tieren unterscheidet.

Herkunft

Rieppeleon brevicaudatus bewohnen Tansanias (Afrika) Feucht- und RegenwĂ€lder, sowie Dickichte bis zu einer Höhe von 1300 Meter ĂŒ. NN. Der genaue Typusfundort ist laut LUTZMANN (Reptilia 48, S. 28) Derema, in den Usambara-Bergen Tansanias. Diese Art ist allerdings auch im ganzen KĂŒstenbereich Kenias und dem nördlichen Tansania bis hin nach Mosambik anzutreffen.

Klima

Das Klima in Tansanias Feucht- und RegenwĂ€lder ist eher gemĂ€ĂŸigt. Die Temperaturen betragen tagsĂŒber rund 20 - 28° C, nachts werden durchaus Temperaturen von 11 - 15° C erreicht.

Haltung

Rieppeleon brevicaudatus gelten zwar als "AnfĂ€nger-Art" in Sachen ErdchamĂ€leons, trotzdem ist die Schaffung eines geeigneten Klimas im Sommer nicht ganz einfach. Die Tiere benötigen eine Nachtabsenkung auf 16 - 20° C, auch am Tag sollten die Temperaturen 30° an der wĂ€rmsten Stelle (unter dem WĂ€rmespot) nicht ĂŒbersteigen. Zwar werden höhere Temperaturen kurzzeitig toleriert, dieser Zustand sollte allerdings keinesfalls ĂŒber mehrere Wochen hinweg andauern.

ErnÀhrung

Auf Grund der geringen KörpergrĂ¶ĂŸe der Tiere werden hauptsĂ€chlich kleine Insekten verspeist. Kleine bis mittlere Heimchen, Grillen, sowie kleine Heuschrecken oder Ofenfischchen sollten als Hauptfutter verwendet werden. Auch kleine, auf unbelasteten Wiesen gefangene Insekten können verfĂŒttert werden. Die Tiere sollten (ausgenommen Jungtiere), genau wie alle ChamĂ€leons, eher sparsam gefĂŒttert werden.

Terrarium

dicht bewachsenes Terrarium fĂŒr 1.1 Ri. brevicaudatus

Rieppeleon brevicaudatus sind - trotz des Trivialnamens "ErdchamÀleon" - gute Kletterer.
Das Terrarium sollte zwar eine grĂ¶ĂŸere GrundflĂ€che als Höhe aufweisen, trotzdem ist eine Höhe von mindestens 60 cm empfehlenswert. Diese Art sollte keinesfalls in Standard-Glasterrarien gehalten werden, da eine unzureichende BelĂŒftung der Terrarien bei dieser Art sehr schnell zu schwer behandelbaren Augen- und Atemwegserkrankungen fĂŒhrt.
Große LĂŒftungsflĂ€chen (mindestens der Deckel und eine Seite des Terrariums sollten große GazeflĂ€chen enthalten) verhindern StaunĂ€sse und den damit verbundenen ĂŒbergroßen Keimdruck, welcher oftmals zu Erkrankungen und auch zum Tode der Tiere fĂŒhren kann.
Rieppeleon brevicaudatus kann in ausreichend großen Terrarien auch in Gruppen gepflegt werden. Wichtig ist ein dichter Bewuchs und ausreichend Klettermöglichkeiten.
Die Mindest-TerrariengrĂ¶ĂŸe fĂŒr ein Tier liegt bei 30x30x40 cm, fĂŒr zwei Tiere sollte 60x40x60 nicht unterschritten werden. Nicht-harmonierende Tiere mĂŒssen getrennt werden.
Das Terrarium sollte zwar ĂŒberwiegend gemĂ€ĂŸigte Temperaturen (als Grundbeleuchtung eignen sich Neonröhren hervorragend) aufweisen, allerdings darf ein kleiner Spot als AufwĂ€rmmöglichkeit keinesfalls fehlen. Als empfehlenswert haben sich kleine Kaltlicht-Halogenspots erwiesen (Niedervolt Halogen, max. 20 Watt), unter deren lokal Temperaturen von maximal 30° erreicht werden dĂŒrfen. Wichtig ist, daß derart hohe Temperaturen nur unter den Halogenspots erreicht werden dĂŒrfen, das restliche Terrarium muß ausreichend kĂŒhle und feuchte Zonen aufweisen, in die sich die Tiere nach dem Sonnen zurĂŒckziehen können. Sinnvoll ist es, die Halogenspots nur stundenweise zuzuschalten. Die Beleuchtung muß unbedingt außerhalb des Terrariums in ausreichendem Abstand zu den Tieren angebracht werden, da sich die ChamĂ€leons sonst Brandwunden an den heißen Halogenspots zuziehen können.
Brandverletzungen können auch ohne unmittelbaren Kontakt mit dem Leuchtmittel entstehen, wenn der Abstand zwischen Tier und Lampe zu gering und die WÀrmeabstrahlung zu hoch ist.
Geeignete EinrichtungsgegenstĂ€nde sind Laub, Äste, Zweige, Moos und kleinwĂŒchsige Pflanzen.

Fortpflanzung und Zucht

Gelege von Ri. brevicaudatus

Die TrĂ€chtigkeit (GraviditĂ€t) der Weibchen dauert zwischen 30 und 45 Tagen, die ca. 1 Zentimeter großen Eier werden bis zu 7 cm unter der ErdoberflĂ€che vergraben. Meist werden zwischen 2 und 6 Eier abgelegt. Die Inkubation kann bei Zimmertemperatur erfolgen, und dauert je nach Temperatur zwischen 41 und 110 Tagen.
Die Jungtiere sind nach dem Schlupf zwischen 15 und 25 mm groß, und sollten mit Drosophila, sowie Microheimchen und -grillen gefĂŒttert werden. MĂ€nnchen können schon im frĂŒhen Alter von 3 Monaten sexuelle AktivitĂ€t zeigen, Weibchen sollten allerdings frĂŒhestens mit 9 Monaten verpaart werden, da eine zu frĂŒhe GraviditĂ€t deren Entwicklung behindert.
Ri. brevicaudatus sind zur Vorratsbefruchtung (Amphigonia retardata) fÀhig.



Literatur

StummelschwanzchamĂ€leons der Gattung Rieppeleon von Rolf MĂŒller, Wolfgang Schmidt
StummelschwanzchamÀleons von Petr Necas, Wolfgang Schmidt
Reptilia Ausgabe 48

Weblinks

Haltungsbericht auf ErdchamÀleon.de
Haltungsbericht auf Echsenseite.at
Caresheet auf Chameleonnews.com englisch
Einrichtung eines Terrariums fĂŒr ErdchamĂ€leons
Constructing a Stump-Tailed Chameleon Habitat englisch

Forenthreads:
Alternative Haltungsparameter bei ErdchamÀleons
Chamaeleons-online.com